Wie entstehen Schmerzen in der Hüfte?

Hüftschmerzen gehen fast immer von der Hüftgelenkskapsel aus, denn dort verlaufen die empfindlichen Nerven. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass der Knochen selbst keine Schmerzleitung hat, d.h. Funktionsstörungen des Hüftgelenkes äußern sich über Schmerzen in den umgebenden Weichteilen.

Diese Schmerzen können entstehen, weil das Gelenk eine Bewegungseinschränkung, z.B. im Rahmen einer Arthrose aufweist. Auch können mechanische Störungen, z.B. Fehlstellungen nach Unfällen aber auch anlagebedingte Formstörungen (in aller erster Linie hier die Hüftdysplasie) Schmerzen verursachen. Schließlich kann das Hüftgelenk von einer rheumatischen Entzündung, sehr viel seltener von einer bakteriellen Entzündung befallen sein.

Verschleißerscheinungen wie die Hüftgelenksarthrose stellen die Hauptschmerzursache da.

Welche konservativen Maßnahmen gibt es?

Nach der genauen Diagnosestellung muss über den weiteren Behandlungsweg entschieden werden. Wenn die Mechanik des Hüftkugelgelenkes noch erhalten ist, kann eine krankengymnastische Übungsbehandlung begonnen werden. Begleitend werden entzündungshemmende Medikamente verabreicht. Es gibt vielversprechende Ansätze einer Hyaluronsäure-Therapie. Hier wird ein knorpelstabilisierendes Medikament in das Hüftgelenk eingespritzt.

Welche OP Methoden gibt es?

Wenn höhergradige Funktionseinschränkungen des Hüftgelenkes vorliegen, wird in der Regel der Leidensdruck des betroffenen Patienten so hoch, dass sie oder er eine definitive Lösung sucht.

Liegen die Formstörungen (z.B. nach einem Unfall oder anlagebedingt) im Vordergrund, kann eine operative Stellungskorrektur des Gelenkes im Becken- oder Oberschenkelbereich helfen.

In Fällen eines fortgeschrittenen Verschleißes wird der Gelenkersatz angeboten, der heutzutage angesichts der minimalinvasiven Operationstechniken und der hervorragenden Implantate ausgezeichnete Ergebnisse liefert.

Ich operiere mit der Yale-Technik, die ich 2004 in Deutschland etabliert habe.

Wie lange dauert die OP?

Eine typische Gelenkersatzoperation mit Einbau eines künstlichen Hüftgelenkes dauert in der Regel etwa 60 Minuten.

Korrekturoperationen können bis zu 3 Stunden Zeit in Anspruch nehmen.

Kleinere Maßnahme wie eine Schenkelhalsplastik sind in etwa 45 Minuten zu absolvieren.

Was muss ich mitbringen?

Zur Diagnosestellung reichen in der Regel eine körperliche fachärztliche Untersuchung und eine Röntgenaufnahme aus. Nur in speziellen Fällen muss eine kernspintomografische Untersuchung erfolgen.

Hausärztlich wird routinemäßig vor einem Eingriff eine allgemeine Untersuchung zur Klärung der Narkose- und OP-Fähigkeit vorgenommen. Blutlaboruntersuchungen und z.B. ein EKG runden den Check ab.

Wie lange muss ich im Krankenhaus bleiben?

Für eine Hüft-OP sind je nach körperlicher Verfassung 5-8 Tage stationärer Aufenthalt anzusetzen. Dann sollte sich eine etwa 3-wöchige REHA (ambulant oder stationär) anschließen.

Was muss ich danach beachten?

Bis zur Wundheilung nach 10-12 Tagen dürfen Sie nicht baden und nur mit sorgfältigster Abdeckung des Wundbereiches duschen. Nach einem Hüftgelenksersatz ist die Vermeidung endgradiger Beuge- und Rotationsbewegungen für das erste halbe Jahr nach der OP wichtig. Die Vollbelastung ist üblicherweise nach der REHA möglich. Ebenso ist zu diesem Zeitpunkt Autofahren und das Führen des Haushaltes sowie eine noch nicht zu belastende Berufstätigkeit erlaubt. Regelmäßige Kontrolltermine beim Operateur sind nach Abschluss der REHA, nach einem halben Jahr und nach 1 Jahr, schließlich in 2-Jährigem Abstand geplant.